Schulgeschichte

Auf Initiative der Frankfurter „Hilfs- und Interessengemeinschaft zur Förderung spastisch gelähmter Kinder e.V.“ und mit Unterstützung des damaligen städtischen Schulrats, Heinrich Steul, wurde am 08. Februar 1960 die erste Klasse einer „Sonderschule für das spastisch gelähmte Kind“ eingerichtet und war zunächst in Räumen anderer Schulen untergebracht. Ab Mai 1961 übernahm die Stadt Frankfurt die Beförderung der Schülerinnen und Schüler mit Schulbussen.

Am 17. April 1968 wurde nach etwa dreijähriger Bauzeit das körperbehindertengerechte Schulgebäude an der Fritz-Tarnow-Straße im Stadtteil Dornbusch bezogen. Hier standen acht Klassenräume sowie Gruppen-, Fach- und Therapieräume, ein Gymnastikraum, ein Therapiebad und ein Arztraum zur Verfügung. Die „Sonderschule für Körperbehinderte“ erhielt den Namen des inzwischen verstorbenen Heinrich Steul. Noch im selben Jahr wurde der „Verein der Freunde und Förderer der Heinrich-Steul-Schule e.V.“ (heute: Verein der Freunde und Förderer der Viktor-Frankl-Schule e.V.) gegründet, der die Schule finanziell und ideell in hohem Maße unterstützt.

Nach der Genehmigung durch den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main und das Regierungspräsidium Darmstadt im Jahre 1979 erfolgte 1983 der erste Spatenstich für einen Erweiterungsbau. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei entstand ein Gebäudekomplex mit Räumen für Klassen-, Fachunterricht und Therapie, kleinen Sammlungsräumen sowie Innenhöfen. Der Erweiterungsbau wurde 1986 bezogen.

Bis 1990 war die Heinrich-Steul-Schule überregionale Schule, die Schülerinnen und Schüler aus dem Frankfurter Stadtgebiet, aus dem Hochtaunus-Kreis, dem Wetterau-Kreis und dem Main-Kinzig-Kreis aufnahm. Nach der Kündigung der Gastschulverträge durch die Stadt Frankfurt können Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Landkreisen nur noch in Einzelfällen aufgenommen werden.

Bei der Überprüfung der Vergangenheit von Namensgebern für Frankfurter Schulen stellten der Frankfurter Arbeitskreis „Hilfsschule im Faschismus“ und der Verband Deutscher Sonderschulen fest, dass Heinrich Steul Mitglied der NSDAP und nationalsozialistischer Verbände war. Die Gesamtkonferenz, der Schulelternbeirat und die Schulkonferenz lehnten daraufhin ab, dass die Schule weiter den Namen eines Mannes trägt, der in damalige Täterschaften verstrickt scheint – zumal die Schule eine Klientel betreut, die während des Nationalsozialismus in vielfältiger Weise leiden musste. Es wurde nach einem neuen Namen gesucht, der ein positives Zeichen setzen, Vorbildcharakter haben und der Schulgemeinde Identifikationsmöglichkeiten eröffnen sollte. 2001 sprachen sich die schulischen Gremien mit überzeugenden Mehrheiten für den Wiener Arzt und Professor für Neurologie und Psychiatrie Viktor Frankl als Namensgeber aus.

Seit dem Schuljahr 2007/2008 nutzt die Schule ein zusätzliches, ursprünglich als Provisorium konzipiertes und in Container-Bauweise errichtetes Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Fritz-Tarnow-Straße. Dort stehen nach einer Erweiterung im Jahr 2016 Klassen- und Differenzierungsräume für insgesamt sechs Klassen zur Verfügung.

Viktor Frankl